Namensfindung – nicht nur bei werdenden Eltern löst sie heiße Diskussionen oder Panik aus. Auch bei Gründungen gehört dieser Prozess mit zu den wichtigsten. Schließlich ist der Name das Aushängeschild. Namen prägen. Sie hinterlassen Eindruck oder eben auch nicht. Sie sind klangvoll oder im schlimmsten Fall nichtssagend. Wer sich keine Agentur leisten kann, die die Namensfindung professionell angeht, muss selbst kreativ werden. Wir geben Ihnen einige Tipps.

Mit Kreativ-Techniken aus dem Phrasendickicht

Erinnern Sie sich noch an den Slogan der Parfum-Kette Douglas, mit dem das Unternehmen vor einigen Jahren glänzen wollte? “Come in and find out”, sollte locken das Passende zu finden, doch die meisten Deutschen übersetzten den Spruch falsch und wunderten sich darüber, dass sie zu Douglas hineingehen und wieder hinausfinden sollten. Auch andere Unternehmen, wie Mc Donalds, Lufthansa und der TV-Sender SAT 1  sind mit Anglizismen baden gegangen. Manchmal passt es eben nicht. Stehen Sie vor der Herausforderung, einen Namen zu kreieren, dann halten Sie es mit der goldenen Regel, die auch an vielen anderen Stellen passt: Keep it short and simple! Einfachheit ist Trend. Lieber wortarm und verständlich, statt fremd und umständlich. Dafür aber bitte einfallsreich.

Denken wie ein Kind

Ein erster Schritt dorthin wäre, Ihr Unternehmen oder das, was Sie tun, in der Vorstellung einem 3-jährigen Kind zu erklären. Antworten Sie auf die imaginären Fragen des Kindes und schreiben Sie die Antworten auf! Kindern erklären wir die Welt bildhafter und doch einfach. Im nächsten Schritt greifen Sie sich aus den Substantiven oder Verben, die Sie genannt haben, einige signifikante heraus. Und nun schreiben Sie  jedes einzelne Wort so auf, dass die Buchstaben vertikal stehen – also von oben nach unten.

B
E
R
L
I
N

Finden Sie jetzt für jeden Buchstaben wieder ein neues Wort, das Sie mit dem Oberbegriff assoziieren.

B – bunt
E – erlebnisreich
R – rücksichtslos
L – laut
I – Integration
N – Natur

Das können Sie nun mit allen gefundenen Begriff fortführen, oder nur mit dem, der Sie am meisten inspiriert. Meist kommt irgendwann der Punkt, an dem Sie genau wissen, dass es passt und dass Sie mit dem Namen richtig liegen. In diesem Zusammenhang kann ich Ihnen das Buch “ABC – KREATIV” von Vera F. Birkenbihl empfehlen. Dort stellt die Autorin anhand von 17 Beispielen kreative Lösungsperspektiven vor, die sich nicht nur bei der Namens- oder Slogansuche anwenden lassen.

Mit ABBA im Trend

Auch wenn die Tatsache, dass die Band sich nach so vielen Jahren wieder zu einer gemeinsamen Arbeit entschieden hat, äußerst bemerkenswert ist, so hat sie nichts mit der folgenden Methode zu tun. Die sogenannte ABBA – Matrix ist die Abkürzung für:

(A)ssoziationen   (B)ilder    (B)egriffe    (A)nalogien

Finden Sie für alle vier Spalten Begriffe, Bildmotive, Ideen. Am Ende werden Sie zum Kombinierer, indem Sie die Begriffe aus unterschiedlichen Spalten zusammensetzen.

W-Fragen

Eine weitere Kreativ-Technik sind die “Wenn-Wäre-Frage” oder die “Wie-Wäre-Frage”. Sie bieten sich an, wenn man einen witzigen Slogan für ein Produkt sucht. Wie wäre Ihr Produkt, wenn es zum Beispiel ein Mensch wäre? Wie, wenn es ein Tier wäre? Wenn das Produkt erfolgreich wäre, dann wäre es wie?

Alle Techniken lassen sich gut in einer Gruppe bearbeiten. Dabei sollten allerding strenge Brainstorming-Regeln gelten. Alles ist erlaubt, kein Gedanke ist unnützt oder schlecht – aussortieren kann man später!
Und nun: Viel Freude bei der Namensfindung!