Von einem Gründerboom kann man in Deutschland schon lange nicht mehr sprechen. Die Zahlen deuten eher darauf hin, dass immer weniger Menschen bereit sind, auf eigenes Risiko ein Unternehmen zu gründen. Dabei steckt, glaubt man Günter Faltin, in jedem von uns ein Entrepreneur. Wie man ihn erkennt hat er 2015 in seinem Buch „Wir sind das Kapital“ beschrieben. Sein Buch ist heute wichtiger denn je, denn wie er selbst sagt, brauchen wir Entrepreneure, um die Problemberge, die vor uns liegen, anzugehen. 

Günter Faltin, Unternehmer, Gründer der Teekampagne und des Komponentenportals entwickelt in „Wir sind das Kapital“ seine aus „Kopf schlägt Kapital“ bereits bekannte Gründungslehre weiter und geht der Frage nach, welchen Beitrag wir alle und nicht nur einige wenige Spezialisten zum Thema innovatives Entrepreneurship leisten können. Wie wir Potentiale erkennen und vor allem auch nutzen können. Er ist der Ansicht, dass unsere Gesellschaft einen neuen Typus des Entrepreneurs braucht. Einen, der auf innovative Produkte setzt, die unsere Ressourcen schonen und sie nicht wie bisher aggressiv ausbeuten.

„Wir haben die Chance, eine bessere Welt zu bauen. Liebevoller, witziger, feinfühliger und künstlerischer, als es je zuvor möglich gewesen ist. Aber dafür müssen wir selbst in den Ring steigen, es selbst in Gang bringen, es selbst unternehmen. Es nicht den bloßen Gewinnmaximierern überlassen.“ Mit diesen Worten zieht Faltin schon auf der Umschlagseite in das Buch hinein und er erinnert uns daran, dass wir alle die Schöpfer unseres Lebens sind. Jeder einzelne hat es in der Hand, etwas zu verändern, die Zukunft mitzugestalten. „Wichtig ist, dass unternehmerisches Handeln heute nicht länger das Privileg von wenigen Auserwählten oder Glückspilzen darstellt.“ so Faltin.

Anstiften will er uns zu einer persönlichen Revolution. Zu Engagement, das weit über das Unterschreiben von Petitionen im Internet hinaus geht. Und er zeigt auch auf, wie es funktionieren kann. Beschreibt seine Methode zur Unternehmensgründung mit Hilfe von einzelnen Komponenten. Seine Forderung an den Unternehmer in uns lautet: „Wir müssen selbst aktiv werden. Als Entrepreneure, Künstler, als genügsame, aber zukunftsfähige Handelnde.“

Dazu braucht es auch, wie Faltin in seinem Buch aufzeigt, eine „ökonomische Mündigkeit“. Wie er zu Recht bemängelt, sucht man diese in unserer Schulbildung umsonst. Stattdessen wird in den meisten Schulen und auch in Elternhäusern nach wie vor das alte und längst überholte Sicherheitskonzept vermittelt und Jugendliche dazu angeregt, sich auf eine abhängige Beschäftigung auszurichten, statt ihren Unternehmergeist zu schulen. Doch solch eine Ausrichtung „verfehlt dieses Ziel aktiver Partizipation und Gestaltung.“

Dabei fehlt es uns nicht an Potential, eher mangelt es uns an Mut und an Bereitschaft, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen. Zeit ist es, daran zu rütteln. Wer einen Eindruck vom Geist des Entrepreneurship haben möchte, dem sei der Entrepreneurship Summit 2019 ans Herz gelegt.

Hier findest Du alle Informationen: https://entrepreneurship.de/summit/

Jeannette Hagen, freie Journalistin, Berlin