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@Johann Cohrs

Für ein Start-Up der absolute Schock: Wenn eine Behörde feststellt, dass das, was auf dem Produkt steht, das schon seit einiger Zeit am Markt – also eingeführt ist, plötzlich nicht mehr so heißen darf, wie es heißt. So geschehen der Firma Lemonaid, die ihre hausgemachten bunten Drinks als Limonaden deklariert, was laut Behörde so nicht sein darf, weil Limonaden einen festgelegten Zuckeranteil haben müssen und Lemonaid den unterschreitet.

Moment mal, denkt sich da der schlaue Kopf. War es nicht unsere Ernährungsministerin Julia Klöckner, die dem Zucker den Kampf ansagen wollte und vor allem auch per Gesetz den Zuckergehalt in Getränken drastisch reduzieren wollte? Und nun soll Lemonaid, damit sie weiter Limonade verkaufen dürfen, ihren Getränken extra Zucker zuführen? Da stimmt doch was nicht, dachten sich die Gründer und aktivierten ihre Fans. Das war am 9. Januar 2019 und nur zwei Tage später, am 11. 01. war die Sache vom Tisch und darüber hinaus hat sich noch einiges bewegt, wie die Gründer auf ihrer Facebook-Seite schreiben:

„Nicht nur dürfen wir weiter „Limo“ sein – das riesige Medienecho und Eure unzähligen Beiträge, Petitionen etc. haben noch viel mehr bewirkt:

Das Thema ist auf den Startseiten der Zeitungen und Schreibtischen der Politik angekommen: Immer mehr Forderungen nach einer generellen Abschaffung gesundheitsschädlicher Lebensmittelvorschriften werden laut.

Hamburgs Gesundheitssenatorin z.B. kündigte in Folge der Debatte an, auf Bundesebene bei Ernährungsministerin Julia Klöckner dafür zu kämpfen.

Danke Euch, die Ihr mit uns gezeigt habt, dass eine Vorschrift für MEHR ZUCKER vielleicht im Sinne der Zuckerindustrie, aber sicher nicht des Verbraucherschutzes ist!“

Was lernen wir daraus? Ein Netzwerk aufzubauen, es zu pflegen, mit Informationen zu versorgen und so die Menschen, die das Produkt ohnehin mögen, einzubinden, ist wichtiger Faktor. Viele beziehen ihre Informationen nur noch aus den sozialen Netzwerken, lesen gar keine Zeitungen oder Online-Magazine mehr. Um so wichtiger ist es, auf den gängigen Plattformen präsent zu sein und dort immer entsprechend den eigenen Werten, der eigenen Philosophie und Vision zu agieren. Es muss ja gar nicht der worst case wie bei Lemonaid eintreten. Vielmehr geht es darum, neben dem Produkt oder der Dienstleistung an sich, ein Gefühl der Gemeinschaft zu transportieren. Menschen sind nun mal, gerade in einer Zeit, in der viele Säulen wegbrechen, gern Teil von etwas. Ihnen das Gefühl zu vermitteln, sollte man nicht aus den Augen verlieren.