Konkurrenz belebt das Geschäft. Eine alte Weisheit, die auch heute noch bedeutend ist. Sie trifft sicher nicht auf alle Branchen oder Distributionswege zu – im Falle von Ladengeschäften ist sie jedoch häufig relevant. Denn gerade bei Kleidung, Möbeln oder Schuhen wollen Kunden gern eine größere Auswahl vorfinden. Gibt es in einem Geschäft nicht das Passende, suchen sie eben in dem nächsten. Schön, wenn das dann direkt um die Ecke oder nebenan liegt. Ein Prinzip, das sich große Möbelhäuser schon lange zunutzen machen. Und so werden aus Konkurrenten häufig Empfehler – wenn es dann auf Gegenseitigkeit beruht.

Um dieses Prinzip mal näher zu beleuchten, machen wir einen Ausflug in die Modewelt. Dazu besuchen wir Frau Klemens, die seit über zehn Jahren eine Boutique in der Spandauer Fußgängerzone betreibt. Nicht direkt in Marktnähe, sondern eher am Ende der Straße, was ihr Kunden-Einzugsgebiet deutlich reduziert. Frau Klemens verkauft recht hochpreisige Ware, überwiegend für Frauen ab Körpergröße 44. Drei Geschäfte weiter befindet sich noch eine Boutique. Das  Angebot unterscheidet sich nicht deutlich, lediglich ein paar andere Marken sind zu finden, die Preiskategorie ist identisch.
Wer die Spandauer Altstadt in Berlin kennt, der weiß, dass dort in den letzten zehn Jahren eine unglaubliche Fluktuation von Geschäften vonstattenging. Besonders betroffen waren Mode- und Schuhläden, aber auch viele kleinere Spezialitätengeschäfte konnten sich nicht mehr halten. Ein Grund war neben ansteigenden Mieten der Neubau eines riesigen Einkaufszentrums nahe dem Bahnhof.
Doch trotz all der ungünstigen Umstände, der Krise, der allgemeinen Wirtschaftsschwankungen – diese beiden Boutiquen haben bisher überlebt, darum lohnt es sich, mal genauer hinzuschauen und zwei Faktoren zu betrachten, die wesentlich zum Erfolg der Unternehmerinnen beitragen.

Die beiden Boutiquen konkurrieren natürlich auf den ersten Blick miteinander. XL-Ware, Frauen-Mode, Preise gleich. Der Unterschied liegt im Detail, denn die Unternehmerinnen haben sich untereinander abgesprochen und bieten verschiedene Marken an. Und so gehen die Frauen, die regelmäßig dort einkaufen meist in beide Geschäfte. Ein Mehrwert für alle Beteiligten.

Aber es gibt noch eine zweite Sache, die Frau Klemens anbietet und die unter die Rubrik Service fällt. Frau Klemens nutzt die Tatsache, dass sie Schneiderin ist und so können ihre Kunden von einem kostenlosen Änderungsservice profitieren. „Oft kaufen die Kundinnen bestimmte Teile nur, weil ich sie ihnen gleich ändern kann. Das finden sie in anderen Geschäften nicht.“ Frau Klemens ist überzeugt, dass das neben der richtigen Angebots-Auswahl der Hauptgrund ihres Erfolges ist.

Mit dem richtigen Service-Konzept können Sie sich von anderen abheben. Das ist besonders in Marktbereichen mit einer hohen Dichte wichtig. Um sich hier abzuheben, ist es notwenig, eine zielgerichtete Konkurrenz-Analyse durchzuführen. Welchen Mehrwert kann ich dem Kunden bieten, den er anderswo nicht findet? Um das herauszufinden, sollten Sie dicht am Kunden dranbleiben. Erfragen Sie seine Bedürfnisse. Ob im persönlichen Gespräch oder per Fragebogen – wichtig ist, dass Sie es regelmäßig tun.

Bedeutende Service-Faktoren, mit denen Sie punkten können, sind zum Beispiel:

  • Arbeitserleichterung
  • Genuss
  • Image-Gewinn
  • Komfort
  • Zeitersparnis

Und nicht zu vergessen: Freundlichkeit und Höflichkeit.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angebot nicht nur einen Pflichteil hat, sondern auch noch die Kür bietet. Das hebt Sie und Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung von anderen Abgeboten ab und sichert Ihnen zufriedene und treue Kunden.