Wasser ist kraftvoll, sucht sich trotzdem immer den Weg des geringsten Widerstandes und kann damit viel verändern. Was wir daraus lernen können, verrät uns Gastautor Carsten Hokema in seinem Impuls für das neue Jahr:

Der natürliche Verlauf der Dinge besteht in ihrer Veränderung, ihrer Verwandlung, in ständigem Werden (und Vergehen und wieder Werden und so fort). Auf diese Weise behält das Leben seine Leichtigkeit, da es fließen kann,  wie frisches Quellwasser, den Gesetzen der Natur folgend.

Wenn wir uns der Veränderung widersetzen, anstatt mit ihr mitzugehen, entsteht Druck. Mitunter sehr viel Druck. Unter diesem Druck beginnen wir früher oder später zu leiden. Oft bauen sich Druck und Leid ganz unmerklich auf. Schicht um Schicht kommt hinzu bis wir beginnen zu spüren, dass die Leichtigkeit fehlt.

Die Suche nach der Leichtigkeit

Ja, wo ist sie geblieben? Sie war doch einst noch da! An ihre Stelle ist Starre getreten.
Und innerhalb dieser Starre baut sich der Druck auf. Veränderung gegen Erhalt. Das Neue gegen das Alte. Vergänglichkeit gegen das Bedürfnis, alles so behalten zu wollen, wie es immer war. (Wie es immer war? – Wir vergessen so gerne, dass nichts immer schon so war, wie es sich heute zeigt. Das mag lediglich für die ewigen kosmischen Gesetze gelten, nicht jedoch für die Welt, in der wir leben und uns bewegen.)

Angestrengt versuchen wir zu retten, was wir zu brauchen glauben. Diese Anstrengung kostet Kraft. Je mehr wir uns dagegenstemmen, desto mehr Kraft kostet es. Wie wäre es, diese Kraft in die Ausgestaltung des Neuen zu investieren, ja fließen zu lassen? Wir sind so wenig darin geübt, auf die Kraft zu achten, diese Lebenskraft, die in uns steckt, so lange wir eben leben.

Kraft lenken

Kraft will etwas bewegen. Sie will, dass wir sie nutzen und lenken. Diese Kraft allein hat kein Ziel und kann den Sinn nicht selbst bestimmen. Sie wird uns gegeben, zusammen mit unserem Herzen und unserem Verstand und all unseren Sinnen, sie auf etwas sinnvolles, lebenswertes und freudvolles auszurichten. Kraft ist wie der Bagger, der Kran, das Benzin im Tank einer Maschine oder eines Fahrzeugs. Sie kann nicht alleine wirken. Sie will gelenkt werden und wir sind in der Lage dazu.

Mit Liebe (Wohlwollen, Zuwendung und Zuneigung), Weisheit (Wissen, Erfahrung und Können) können wir einen Weg, unserenWeg finden und gehen. Dafür sollten wir unsere Kraft nutzen. Nicht für den Widerstand, um gegen die Veränderung anzukämpfen, nicht um ein starres Etwas mit großer Anstrengung aufrecht zu erhalten. Lenke deine Kraft bewusst. Lenke sie auf etwas, das es zu gestalten gilt. Gib ihr einen Sinn.