Zentrales Statement der Woche
“Ein gut funktionierendes und solide aufgestelltes Geschäftsmodell ist die beste Versicherung gegen finanzielle Notlagen und drohende Verarmung!”

Geschäftsmodelle bilden die Grundlage für funktionierende Unternehmen. Sie stellen ihr Herz oder deren Motor dar. Daher sollten Gründer:innen die Arbeit am Geschäftsmodell ernst nehmen, wenn sie nicht frühzeitig unternehmerisch Schiffbruch erleiden wollen.

Was aber ist ein Geschäftsmodell genau, wie wird es definiert?

Geschäftsmodelle sind von dynamischer Natur. Sie können auch als eine Art lebendige Maschine bezeichnet werden, wobei das „Maschinelle“ jene Funktionen umfasst, die es im Unternehmen braucht, um das Nutzenversprechen einzulösen. Das „Lebendige“ betrifft die Beziehung zu den Kund:innen, die als Menschen Bedürfnisse und Probleme besitzen, die gemeinhin durch Produkte oder Dienstleistungen von Unternehmen beantwortet werden.Die beste und klarste Definition, die mir im Laufe meiner Beratertätigkeit „über den Weg gelaufen“ ist, ist die von Patrick Stähler, dem Urvater der Businessmodel Canvas:

Geschäftsmodell = Nutzenversprechen + Wertschöpfungsarchitektur + Ertragsmodell

Das Nutzenversprechen

ist der Aufhänger des Modells. Hier entscheidet sich, ob Sie die Kund:innen anziehen und deren Bedürfnisse erfüllen können. Ideal ist hier ein sogenannter WOW-Effekt. Dieser Effekt sorgt für einen sicheren Abstand zu den Wettbewerbern in dem Segment, in dem Sie ihre Leistung oder Ihr Produkt anbieten. Er stellt im Grunde auch schon das häufig erwähnte, sogenannte Alleinstellungsmerkmal dar.

Die Wertschöpfungsarchitektur

ist die „Prozess-Maschine“hinter dem Nutzenversprechen. Diese sorgt für die Einhaltung dieses Versprechens gegenüber den Kund:innen. Hier wird fast alles entschieden, denn hier wird der WOW-Effekt produziert oder hervorgebracht.

Das Ertragsmodell

ist praktisch die Kasse des Unternehmens. Hier fließt dem Unternehmen das Geld als externe Energie zu. Mit dem Ertragsmodell legen Sie fest, wofür Ihr Unternehmen eigentlich das Geld von seinen Kund:innen erhalten möchte oder anders ausgedrückt: auf welche Weise wird die Wertschöpfung monetarisiert, also in bares Geld verwandelt? Über die Art der Ertragsmodelle steuert das Unternehmen den Fluss seiner Einnahmen und die Höhe der Belastung auf der Seite der Kund:innen.

Fazit zum Geschäftsmodell

Prinzipiell stehen unternehmerische Geschäftsmodelle heute jedem Menschen offen und bieten aufgrund der fortgeschrittenen Digitalisierung sehr viele Möglichkeiten, Prozesse zu automatisieren und den Output von Leistungen bzw. Produkten nach oben hin offen zu skalieren. Aber unabhängig von diesen unterschiedlichen Schwerpunkten und Betrachtungsperspektiven von Geschäftsmodellen soll hier eines noch einmal betont werden:
Die Kunst des Unternehmens ist auch die Kunst, elegante und smarte Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu betreiben und dies ist eine Kunst, die interessant und relevant ist, ob es dabei um wirtschaftliche Sicherheit und Stabilität geht, um die eigene Selbstverwirklichung oder darum, dringende Problem zu lösen.

Möge es mehr Künstler:innen in diesem Sinne geben.

 

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Text von Carsten Hokema, .garage Berlin; Berlin 03/2021;
Quellen:
Statista, statistisches Bundesamt, Bundesverband mittelständische Wirtschaft (2018 bis 2021)