Wissen Sie, welche die drittwichtigste Branche in Deutschland ist? Die chemische Industrie, der Tourismus, die Nahrungsmittelindustrie? Nein, falsch gedacht. Es ist die Branche der Kreativen. Der Beitrag, den diese Branche zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung (Bruttowertschöpfung) in Deutschland leistet, betrug im Jahr 2019 106,4 Milliarden Euro (Anteil am BIP: 3,1 Prozent). Damit übertrifft die Kultur- und Kreativwirtschaft inzwischen andere wichtige Branchen wie die chemische Industrie, die Energieversorger oder aber die Finanzdienstleister. Zeit zum Umdenken also, denn die Kreativwirtschaft sorgt nicht nur dafür, dass unser Leben bunter, reicher und unterhaltsamer ist, sie ist auch weit weg von dem Träumer-Image, das ihr so mancher gern noch anheftet.

Ein Fünftel der Kreativen Zunft arbeitet in den Ballungsräumen Berlin, Köln oder Hamburg. Besonders in Berlin und gerade jetzt zu Corona-Zeiten ist die Start-up-Szene im Online-Bereich sehr aktiv, während Köln nach wie vor der Standort für viele TV-Sender ist und Hamburg besonders der schreibenden Zunft mit vielen Verlagen eine Heimat bietet. Die Prognosen sehen trotz der Pandemie für einige Sparten sehr gut aus. Während die Zahlen der Beschäftigten und Freien im Bereich der darstellenden Künste wahrscheinlich zurückgehen, wachsen die Bereiche Architektur, Online-Games, Presse und Software weiter.

Förderungen für Kreative

Leider ist es nach wie vor für viele, die im kreativen Bereich gründen wollen, schwierig, an finanzielle Unterstützung zu kommen. Das Problem liegt weniger an den Gründern selbst, als vielmehr daran, dass einigen Banken immer noch das Know-how fehlt, um kreative Investments wirklich zu beurteilen. Das gilt besonders in Regionen, die wenig  Erfahrungen mit Unternehmen der Kreativwirtschaft haben. So heißt es in einer Prognose-Studie der KfW: „Es ist schwierig, den wirtschaftlichen Wert und die Marktfähigkeit einer Idee zu bewerten. Wie soll man abschätzen, ob sich ein neuer Film, eine neue Modekreation, eine Spielidee durchsetzen wird?“ (Birgit Krümpelbeck, KfW-Spezialistin für kreative Investments)

Kreativ-Pilot

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat mit der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ein Portal geschaffen, das nicht nur Einblicke in die Kreativbranche gibt, sondern auch Fördermöglichkeiten aufzeigt. Gleichzeitig kann man sich mit seinem Projekt als “Kreativ-Pilot” bewerben und so in den Genuss von Mentorin kommen. Dass sich dieser Einsatz lohnt, beweisen nicht nur die bereits ausgezeichneten Projekte. Im Jahr 2010 haben rund 122.000 Menschen ein Unternehmen in der Kreativwirtschaft gegründet, zunächst 60 Prozent im Nebenerwerb, insgesamt mehr als 80 Prozent als Solo-Selbstständige.

Signifikant: Gründungen in der Kreativwirtschaft bleiben laut Analyse länger am Markt als Gründungen in anderen Sektoren, das heißt unter anderem auch, dass drei Jahre nach Start noch fast 4/5 der kreativen Gründungen am Markt sind. Vielleicht liegt es daran, dass Kreative, wenn sie dann den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, ihren Beruf mehr als Berufung verstehen und dadurch eher bereit sind, Hürden zu meistern und auch mal eine Durststrecke durchzustehen.

Wir von der .garage Berlin unterstützen Sie gern bei der Realisierung Ihrer kreativen Idee.