Gründungen im Sinne der Nachhaltigkeit

Ob Tauschbörsen, Car-Sharing oder Kleiderausleihe – Nachhaltigkeit liegt nicht mehr nur  im Trend, sondern wird zunehmend immer wichtiger in einer Welt der knappen Ressourcen. Auch für Gründer*innen geht also darum, Alternativen zu herkömmlichen Gründungsideen zu entdecken, neue Möglichkeiten zu finden und einen Mehrwert zu schaffen, ohne die Erde auszubeuten.

Um das zu realisieren und um Nachhaltigkeit nicht nur als nettes Label auf der Verpackung zu verewigen, braucht vor allem eins: Dass wir Unternehmertum neu denken und es verwandeln – weg vom ausschließlich finanziell orientierten Kerngeschäft hin zu einem multifunktionellen Handeln, das neben der Profitabilität auch die Gesundheit des Menschen, die echten Kosten, den Nutzen oder den Schaden für die Gesellschaft und die Nachhaltigkeit für Umwelt und Natur mit einschließt.

Gemeinwohlbilanz für Gründungen?

Ein bisschen so etwas wie eine Gemeinwohlbilanz für Gründungen. Eine Art Leitfaden, bei dem die Gründer*innen schon während des Ideen- und Gründungsprozesses überprüfen können, wo ihr Unternehmen stehen wird. Klingt nach einem schönen Traum? Ja, wenn man auf die momentan noch vorherrschenden Wirtschaftsstrategien schaut. Nein, wenn man mal ein wenig abseits den Blick schweifen lässt und sieht, dass quasi von unten schon viele kleine Unternehmen nachwachsen, die genau das umsetzen und auch einige größere schon eine Gemeinwohlbilanz erstellen. Unternehmen, die mutig genug sind, sich von traditionellen Geschäftsmodellen zu verabschieden oder die ihre Aufmerksamkeit auf Rohstoffe richten, die wir momentan im Überfluss haben, die allerdings noch niemand so richtig nutzt.

Beispiele für nachhaltiges Gründungen

Zugegebenermaßen sind Apps, was die eigene Nachhaltigkeit betrifft, ambivalent. Jeder Datentransfer, jeder Blick auf das Smartphone kosten Energie. Wer da jetzt schon sparen will, kann sein Handy mit einem kleinen Solar-Panel aufladen, das man aufs Fensterbrett legen oder mit Saugknöpfen an der Scheibe anbringen kann. Aber zurück zu den Apps. Von denen, die uns bei einem nachhaltigen Leben unterstützen, gibt es mittlerweile immer mehr: TO GOOD TO GO – die App, die uns Lebensmittel retten lässt oder greenApes – eine App, mit der man, immer wenn man Nachhaltiges tut, Punkte sammelt, die man dann später gegen Rabatte etc. eintauschen kann.

Oder „Recup“ – das nachhaltige Pfandsystem, mit dem die Gründer Fabian Eckert und Florian Pachaly dem leidigen Müllproblem, das durch Coffee-to-go Becher entsteht, etwas entgegensetzen. Mittlerweile werden die Becher von vielen Cafés und Bäckereien genutzt. Apropos Kaffee oder besser: Kaffeesatz. Mit dem kam man nicht nur seine Pflanzen gießen, damit sie besser wachsen. Der Unternehmer und Initiator von „The Blue Economy“ Gunter Pauli hat sich darüber Gedanken gemacht und verwendet Kaffeesatz mittlerweile in großem Umfang als Zucht- und Nährboden für Pilze. Das ist, wie er selbst sagt, wesentlich günstiger, als billige Zuchtpilze aus China einzuführen. Und es schafft Arbeitsplätze.

Hilfreiche Tipps in Sachen Nachhaltigkeit

Sich selbst nachhaltig durch diese Welt zu bewegen, das ist manchmal gar nicht so leicht. Gut, dass es Menschen gibt, die uns dabei unterstützen, die uns dabei helfen, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, wo wir Ressourcen einsparen können oder wie wir andere motivieren können. So wie Leena Volland und Florian Schreckenbach, die den Blog Nachhaltig Sein gegründet haben und auf ihrer Seite schreiben:

„Daher haben wir – die Autoren – uns entschieden, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen, unseren Lebensstil und unser Konsumverhalten zu reflektieren, umzudenken und Veränderungen zuzulassen. Das ist nicht immer leicht und sicher ist auch nicht jede Lösung perfekt. Aber wir glauben, dass Nachhaltigkeit eine Pflicht ist, die wir der Welt schuldig sind.“

.garage berlin goes Nachhaltigkeit

Wollen wir mehr Nachhaltigkeit in die Welt bringen, liegt es nicht in den Händen der Politik, sondern auch an uns, die Wirtschaft zu verändern. Nicht in dem wir die Großen davon überzeugen, dass sie es anders oder besser machen sollen, sondern indem wir selbst umdenken, anders einkaufen und vielleicht als Gründer*innen den Blick darauf richten, wie wir Werte wie Nachhaltigkeit in unseren Unternehmen etablieren können. Auch wir als Unternehmen haben das für uns reklamiert und beraten und unterstützen unsere Gründer*innen dabei, in diese Richtung zu gehen. Und bemühen uns auch als Unternehmen, im Sinne der Nachhaltigkeit zu agieren.

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