Wie ein Vorgesetzter zu sein hat, darüber streiten sich die Geister. Eher streng, damit alle kuschen? Lieber lässig, damit alle denken: So cool will ich auch sein, oder ist es wie so oft der goldene Mittelweg, der den Chefsegen bringt? Es ist sicher nicht leicht, eine klare Linie zu finden, doch es lohnt sich, sie zu suchen, denn klar ist – nimmt der/die Chef*in seine/ihre Führungsrolle nicht ein, schadet das über kurz oder lang dem Unternehmen.

Chef*in zu sein, bedeutet Führung zu übernehmen. Als Chef*in sind Sie der Kapitän an Bord und auch wenn die Mitarbeiter*innen Verantwortung für viele Bereiche übernehmen, so bleibt die Aufgabe, den Kurs und die Richtung zu bestimmen, bei Ihnen.

Darum Punkt 1:

Bleiben Sie skeptisch. Selbst wenn die Mitarbeiter um Sie herum noch so fähig sind. Überprüfen Sie, statt nur zu übernehmen. Das heißt nicht, dass Sie zum Kontrollfreak werden müssen. Auch hier braucht es ein gesundes Maß an Vertrauen und Kontrolle.

Die nächste Achillesferse sind Mitarbeiter*innen, die Sie vielleicht gern um sich scharen, weil sie Ihnen zum Munde reden oder schmeicheln. So angenehm das sein mag – es birgt eine Gefahr, denn Schmeichler verheimlichen gern unangenehme Wahrheiten, die aber für den Arbeitsprozess oder das Betriebsklima wichtig wären. Und dann platzt irgendwann die Bombe und Sie haben keine Ahnung, wer sie gezündet hat. Das Problem ist, dass der, der Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg geht, für Stillstand sorgt.

Darum Punkt 2:

Suchen Sie den Kontakt auch zu den Mitarbeiter*innen, die kritisch sind und Ihnen auch mal offen die Meinung sagen.

Was aber tun, wenn Sie eine Mehrheit oder einzelne Mitarbeiter*innen gegen sich haben und im Innersten wissen, das Ihre Ansicht die Richtige ist? Wer zu vorsichtig an die Sache herangeht, unterdrückt vielleicht die eigene Wahrnehmung und untergräbt damit aber am Ende seine Führungsstärke. Wenn Sie sicher sind, dann sollten Sie sich auch gegen Mehrheiten durchsetzen, schließlich sind Sie der Chef und als solcher nur gut, wenn Sie andere Menschen inspirieren und führen können.

Darum Punkt 3:

Stehen Sie zu Ihren Überzeigungen, aber überprüfen Sie diese sorgfältig.

Zum Abschluss noch ein Punkt, der wohl schon so manchen Chefsessel zum Kippeln gebracht hat. Die Rede ist von einer gewissen Denkfaulheit oder einem automatisierten Denken. Am Ende solcher Prozesse entsteht ein Einheitsbrei, der weit weg von jeglicher Innovation vor sich hin blubbert und die Position des Unternehmens am Markt schwächen kann.

Darum Punkt 4:

Bleiben Sie wach und haben Sie ein Auge darauf, was um Sie herum passiert. Sonst überholt die Konkurrenz Sie rechts.

Zum Ende lässt sich sagen, dass ein guter Chef immer der ist, der selber vorlebt, was er von anderen verlangt. Das ist ähnlich wie in der Kindererziehung. Wenn der Papa seinem Kind  erklärt, dass man das Messer nicht ablecken darf, weil man sich dabei verletzen kann, es aber zwei Minuten später selbst tut, dann untergräbt er mit dieser Handlung seine eigene Autorität.

Darum Punkt 5:

Das was Sie tun, wirkt mehr, als das was Sie sagen.