Rein in den Job als Neuling  oder doch lieber gleich Chef sein? Immer mehr Studierende in Deutschland entscheiden sich noch während des Studiums oder direkt im Anschluss dafür, ein eigenes Unternehmen zu gründen und stellen so die Weichen von Anfang an auf Selbständigkeit. Unterstützt werden sie dabei zum Teil durch die Universitäten, die – wie die FU Berlin – sogar ein eigenes Innovation-Lab hat und gemeinsam mit anderen Universitäten regelmäßig Stipendien für Start-ups ausschreibt. Aber auch wir von der garage Berlin unterstützen Studierende in allen Prozessphasen und erklären hier kurz die Basics für einen guten Start.

Versicherungen für Gründer*innen im Studium

Studierende sind meistens bis zur Vollendung ihres 25. Lebensjahres über ihre Eltern familienversichert und zahlen daher keine Beiträge. Das kann unter bestimmten Voraussetzungen auch so bleiben, nämlich dann, wenn die selbstständige Tätigkeit nicht hauptberuflich ausgeübt wird und nicht mehr als 455 Euro im Monat einbringt. Hauptberuflich bedeutet im dem Fall, dass der Zeitaufwand für die Gründung höher ist als der Zeitaufwand für das Studium. In den Semesterferien kann es übrigens über diese Grenze hinausgehen. Gehen die Einnahmen regelmäßig über die genannte Grenze hinaus, ist es Zeit für die “Studentische Krankenversicherung”. Rücksprache mit der eigenen Krankenversicherung zu halten, ist in jedem Fall sinnvoll.
Auch  BAFöG zu bekommen ist weiterhin durchaus möglich. Sollte das neu gegründete Unternehmen allerdings am Ende des Jahres mehr als 5.400 Euro Gewinn erwirtschaftet haben, muss der Steuerberater einen Steuerbescheid erstellen, der eingereicht werden muss.

Stipendien, Förderung, Unterstützung

Wie eingangs schon erwähnt, bieten viele Universitäten Stipendien an. Es lohnt sich also, da gründlich zu recherchieren und nachzuhaken. Aber nicht nur dort, auch Unternehmen oder Stiftungen bieten Förderungen. Zudem werden regelmäßig Wettbewerbe ausgeschrieben, an denen man sich mit einer Gründungsidee beteiligen kann.

Businessplan auch bei kleinen Gründungen

Damit sind wir schon bei einem wichtigen Thema: dem Businessplan. Denn den braucht es auf jeden Fall, will man sich irgendwo bewerben oder bei einem Wettbewerb dabei sein. “Wer schreibt, der bleibt!” heißt es bei uns – das gilt für jede Gründung. Für den richtigen Aufbau, die einzelnen Punkte stehen wir mit Rat und Tat zur Seite. Natürlich kann jede*r im Internet Pläne finden und dann adaptieren – zu einem ausgewogenen und zukunftsfähigen Plan gehört allerdings ein bisschen mehr.

Eigene Einstellung

Etwas, das gern vergessen wird und sich dann meist nach ein paar Wochen oder Monaten bitter rächt, ist die Frage nach der eigenen Motivation und Einstellung. Man gründet nicht mal eben so ein Unternehmen, sondern sollte sich im Klaren darüber sein, dass das mit Kosten und vielen Herausforderungen verbunden ist. Krisen sind Teil des Prozesses und gerade wenn man noch studiert, ist es wichtig zu hinterfragen, ob das parallel laufen kann, ohne dass man sich überfordert. Was es braucht, ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit der eigenen Bereitschaft, der Motivation, der Krisenfestigkeit und vor allem dem Zeitmanagement. Wer zur Gruppe der Prokrastinierenden gehört, wird sicherlich mit einer weiteren Belastung eher Schwierigkeiten haben.

Fazit: Gründen im Studium ja, aber…

Im Studium ein Unternehmen zu gründen, bringt Vor- und auch Nachteile mit sich. Wer sich von Beginn an mit den richtigen Fragen auseinandersetzt, hat gute Chancen, dass das Unternehmen erfolgreich wird und man sich damit sogar das Studium finanzieren kann. Gleichzeitig schult eine Gründung in Eigenverantwortung. Skills wie Mut, Risikobereitschaft, Entscheidungskraft und Teamfähigkeit werden ausgebaut, womit man gleichzeitig seine beruflichen Perspektiven nach dem Studium deutlich verbessert.

Das Aber liegt eindeutig in der Doppelbelastung. Die kann schnell zur Frustration führen oder dazu, dass das Studium leidet, weil die Priorität falsch gesetzt wird. Trotzdem sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Die Selbstständigkeit während des Studiums auszuprobieren oder darin aufzugehen, hilft dabei, Erfahrungen zu sammeln und vielleicht sogar die beruflichen Weichen frühzeitig zu stellen.