Sind Sie Freiberufler oder Künstler? Dann haben Sie diese Frage sicher schon einmal oder öfter gehört. Ob Grafiker, Autor, Designer oder Architekt – wer frei arbeitet, muss sich häufig für sein Honorar rechtfertigen und wird nicht selten mit dem Argument, dass man den Auftrag auch ganz schnell verlieren kann, gedrückt. Teilweise sind Auftraggeber so schamlos, dass sie mit Referenzen oder Folgeaufträgen locken und dafür aber zunächst gänzlich unbezahlte oder schlecht bezahlte Arbeit fordern. Schluss damit!

Neulich las ich in einem Autorenforum, dass sich ein Kunde bei der Autorin eines E-Books darüber beschwerte, dass ihr Buch 2,99 Euro kosten würde und dass wo doch andere Bücher für 0,99 Euro oder ganz umsonst zu haben sind. Die Autorin verfasste daraufhin einen sehr gelungenen Blog-Post an dessen Ende stand, dass sie nach dieser Anfrage den Preis des Buches erhöhen wird. Richtig so. Mir selbst ist diese Umsonst-Mentalität, die sich besonders in den Kreisen breit macht, in denen die Arbeit von Freien gefragt ist, schon lange ein Dorn im Auge.

Nun hat das natürlich immer zwei Seiten. Auf der einen sitzt der Auftraggeber, der in der Position ist, sich aus  Heerscharen von Freien den auszusuchen, der am billigsten anbietet. Auf der anderen Seite sitzt der Freie, der kalkulieren muss und der sicher nicht an jeder Hand fünf Auftraggeber zu sitzen hat, die ihn unbedingt wollen. Und schon steckt er in einem Dilemma. Das wissen die Auftraggeber natürlich. Besonders Freie, die gerade an den Markt gegangen sind, rutschen dann leicht in die Falle, sich unter Wert zu verkaufen, um wenigstens ein Minimum an Aufträgen zu ergattern.

Aber Achtung! Wer sich einmal hat drücken lassen, der kann sicher sein, dass er von diesem Auftraggeber nichts mehr oder nicht mehr zu erwarten hat. So traurig das ist, aber die Meinung über etwas, das preiswert – respektive unter Wert zu haben ist, ist dann dementsprechend auch nicht besonders hoch. Und wer das, was er bekommt, nicht wertschätzt, in dem er dafür angemessen bezahlt, der wird auch weiterhin an dieser Praxis festhalten und immer wieder einen „Dummen“ finden.

Ein Ausweg ist, seine persönliche Haltung zur eigenen Arbeit zu überprüfen. Räumen Sie die Selbstzweifel, die oftmals gerade an Künstlern und Freelancern nagen, beiseite und sein Sie es sich selbst wert, einen angemessenen Preis für das, was Sie geschaffen haben, zu verlangen. Sie werden sehen, eine klare Haltung, ein selbstsicheres Standing verschafft Ihnen den nötigen Respekt. Überprüfen Sie das, in dem Sie genau hinschauen, denn der Auftraggeber, der Sie drücken will, zahlt einem anderen der selbstsicher genug ist, garantiert einen höheren Preis. Es liegt also an uns, diese Umsonst-Mentalität wieder aus der Welt zu schaffen und uns für Arbeit, die wir leisten auch so bezahlen zu lassen, dass wir gut davon leben können. Gleichzeitig müssen wir überprrüfen, wie wir uns von der Masse der Anbieter abheben können. Aber dazu mehr in einem der nächsten Posts.