Die Zeit, in der wir leben, verlangt nach Innovationen. Vieles muss neu oder anders gedacht werden, damit wir von Müll-Produzenten zu Müll-Verwertern oder von Ressourcen-Räubern zu Ressourcen-Verwaltern werden. Viele Ideen entstehen dabei ja bekanntlich aus dem Alltagsleben heraus. Wie die Zahnbürste aus Bambus, mit der man vermeidet, alle zwei Monate eine aus Plastik in den Müll zu werfen. Trotz des Bedarfs an Ideen, kann es jedoch passieren, dass man als Gründer*in eine tolle Idee in die Welt bringen will, die Zeit respektive der Markt aber offensichtlich noch nicht reif für diese dafür ist. Was dann?

Im Zusammenhang mit dieser Frage kann ich mich noch sehr gut an eine Geschichte erinnern, die mir ein Gründer mal erzählte. Er saß wohl auf einer dieser Raststätten-Toiletten, starrte auf die Tür und dachte: “Hier wäre doch eigentlich der perfekte Ort für Werbung!” Er entwickelte die Idee, sprach mit Firmen, entwarf ein Konzept. Aber Werbung auf der Toilette? Da traute sich damals niemand ran. Und heute? Es gibt wohl kaum noch eine Raststätten-Toilette ohne Werbung.

Ist es Dir auch schon so ergangen, dass Du irgendwann mal eine grandiose Idee hattest, die dann ein paar Jahre später ein anderer verwirklicht hat und damit vielleicht sogar richtig erfolgreich wurde?

Fakt ist: Manche Ideen sind einfach zu visionär. Sie kommen zu früh und lassen sich dadurch nicht am Markt etablieren. Manchmal liegt es an der Offenheit der Menschen für eine bestimmte Thematik, manchmal liegt es aber auch an der Marktentwicklung selbst, die vielleicht an einem Tag die Tür geschlossen hält, sie durch parallel ablaufende Entwicklungen einen gewissen Zeitraum später aber plötzlich öffnet. Manchmal bedarf es auch politischer Entscheidungen, damit neue Ideen Fuß fassen können. Das hängt ganz von der Idee selbst ab – von der Tragweite, die sie zum Beispiel für andere Unternehmen hat. Siehe das amerikanische Startup Uber, das den deutschen Taxi-Markt aufgebrochen hat.

Was nun aber tun, wenn die Idee eigentlich genial ist, der Plan aber irgendwie nicht aufgeht?

1. Viel über die Idee oder das Konzept zu sprechen, ist ein Punkt. Vor allem natürlich mit den richtigen Menschen. Mit ein wenig Glück erkennt ein “Geschäftsscout” das Potential und investiert selbst, oder hilft, Investoren zu finden, die mit ihrem Geld die Phase überbrücken, in der das Produkt oder die Idee erst einmal in den Köpfen der Menschen ankommt. Manchmal wissen sie nämlich noch nicht, dass sie genau das brauchen. Angst vor Ideenklau sollte man dabei nicht haben. Es kann sogar von Vorteil sein, wenn man nicht der Einzige am Markt ist. Und Studien zeigen, dass wirklich bahnbrechende Innovationen meist an ganz unterschiedlichen Orten auf dieser Welt fast zeitgleich entstehen.

2. Lass Dich nicht entmutigen! Statt die Idee abzuhakten und ad acta zu legen, schaue lieber über den deutschen Tellerrand hinaus und überlege, ob sie vielleicht in einem Nachbarland zu verwirklichen wäre.

3. Bedenke – alle großen Ideen brauchen Zeit, um sich zu etablieren. Mochten wir die ersten Handys? Häkelmützen? Asiatisches Essen? Nein. Heute gehört es für viele Menschen zum Alltag, zum Asiaten essen zu gehen, Häkelmützen aufzusetzen na und ohne Smartphone geht doch gar nichts mehr. Was ich damit sagen will, ist, dass manche Produkte sich auch erst entwickeln müssen, um angenommen zu werden. Das ist dann die berühmte Kundensicht, aus der man schaut, ob es noch etwas zu verbessern gibt, was dabei hilft, dass das Produkt oder die Innovation angenommen wird.

4. Wenn Du es nicht schon getan hast, dann solltest Du Dir das Umfeld genau anschauen, in dem Deine Idee Fuß fassen soll. Standort, Kundengewohnheiten, Markt. Die wichtige Frage, die sich stellt, ist, warum die Menschen Dein Produkt kaufen sollten und nicht das, was sie schon immer benutzen. Wenn Du darauf eine plausible Antwort hast – dann nimm Deine Begeisterung an die Hand und lass Dich nicht mehr aufhalten! Über die sozialen Netzwerke eine Idee zu pushen, ist heute relativ einfach. Schnell kann man damit einen Trend setzen und sein Geschäft zum Laufen bringen.

Wir beraten Dich gern!